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| 31.12.2011
| Guter Jahresabschluss: Platz drei in Peuerbach
© Sailer/photorun.net
Mit einem dritten Platz hat Deutschlands
Weltklasse-Marathonläuferin Irina Mikitenko das Jahr 2011 beendet. Beim
Silvesterlauf im oberösterreichischen Peuerbach musste sich die
39-jährige Athletin des SC Gelnhausen über 5,1 km lediglich im Endspurt
den beiden Äthiopierinnen Asmera Bekele Workeba und Fikre Kifle
Alem geschlagen geben. Siegerin Workeba erreichte in 16:24
Minuten zeitgleich vor ihrer Landsfrau das Ziel. Irina Mikitenko lief
16:31, und Andrea Mayr (Österreich) folgte als Vierte mit 16:46.
„Ein Jahr ohne Silvesterlauf als Abschluss – das geht nicht.
Diese Rennen stehen bei mir immer auf dem Programm. Es herrscht stets
eine sehr nette Atmosphäre und eine prima Stimmung – so war es auch
heute in Peuerbach“, sagte Irina Mikitenko, die im Rennen über 5,1 km
durchweg in der Spitzengruppe mit den beiden Äthiopierinnen lag. Erst
auf den letzten 300 Metern hatte sie gegen die deutlich jüngere
Konkurrenz im Spurt keine Chance mehr. „Es war trotzdem ein gutes
Rennen für mich. Bis auf die letzten 300 Meter war alles perfekt. Aber
das ist normal, dass ich in dieser Zeit, in der keinerlei
Schnelligkeitstraining auf dem Programm steht, nicht so spurtstark bin.“
Nach dem gelungenen Jahresabschluss in Peuerbach kann Irina Mikitenko
nun optimistisch auf 2012 schauen. „Das große Ziel, der olympische
Marathon in London, kommt jetzt natürlich immer näher. Aber bis dahin
ist erst einmal noch viel Trainingsarbeit zu leisten“, sagte Irina
Mikitenko, die vor Olympia am 22. April noch beim London-Marathon
starten wird.
© race-news-service.com
| 20.11.2011
| Irina Mikitenko baut in Vorbereitung auf Olympia in London auf ihr
Team
© Sailer/photorun.net
Fünf Wochen nach ihrem Weltklasselauf beim BMW Berlin-Marathon hat
Irina Mikitenko wieder mit dem Training begonnen. Für die 39-jährige
Läuferin des SC Gelnhausen, die am 25. September als Zweite in der
deutschen Hauptstadt mit 2:22:18 Stunden die drittbeste Zeit ihrer
Karriere erreicht hatte, steht fortan die langfristige Vorbereitung auf
die Olympischen Spiele in London im nächsten Sommer im Mittelpunkt. In
der britischen Metropole will Irina Mikitenko am 5. August ihre
Karriere krönen. Eine Marathon-Medaille ist das Ziel der deutschen
Rekordlerin, die 2008 in Berlin 2:19:19 Stunden gelaufen war und damit
immer noch die fünftschnellste Läuferin aller Zeiten ist.
„Bei Olympia in London Marathon zu laufen, das ist ein Traum“,
erklärt Irina Mikitenko, für die die britische Metropole „so etwas wie
meine zweite Heimat“ geworden ist. „Ich fühle mich dort sehr wohl und
fahre immer mit einem guten Gefühl nach London.“ An der Themse hatte
Irina Mikitenko 2008 sensationell ihren ersten Marathon gewonnen. 2009
wiederholte sie in London diesen Sieg beim hochklassigsten
City-Marathon der Welt.
„Wenn man einmal in London gewonnen hat, will man immer gewinnen
– das ist ein tolles Gefühl, das ich natürlich gerne auch bei Olympia
erleben möchte. Natürlich wird das sehr schwer, aber die Spiele in
London sind für uns europäische Läuferinnen eine Chance. Denn das Klima
passt und mit Hitze ist eher nicht zu rechnen“, sagt Irina Mikitenko,
für die die Spiele 2012 bereits die vierte Olympia-Teilnahme sein
werden – allerdings werden es sicherlich auch die letzten Spiele sein,
bei denen sie teilnehmen kann.
Um optimal vorbereitet ins finale olympische Rennen ihrer
Karriere gehen zu können, baut Irina Mikitenko auf ihr Team. Dazu
gehört natürlich ihre Familie mit ihrem Mann und Trainer Alexander. Ihr
neuer Verein, der SC Gelnhausen, bietet ihr zudem sehr gute
Rahmenbedingungen, und außerdem vertraut Irina Mikitenko auch auf
mentales Training. Hier ist der Sportmediziner Markus Rummel zu einer
engen Vertrauensperson geworden. „Ich habe erst mit der Zeit gemerkt,
wie wertvoll mentales Training ist. Im Marathon spielt das eine große
Rolle. Markus Rummel hat mir schon mehrfach sehr geholfen und war
zuletzt mit uns beim Berlin-Marathon“, erzählt Irina Mikitenko
über den Arzt aus Prath in der Nähe von Rüdesheim.
„Wenn du im Sport – und besonders im Marathon – Erfolg haben
möchtest, müssen die drei Komponenten Training, Regeneration und
mentale Stärke stimmen“, sagt Irina Mikitenko, die noch nicht
entschieden hat, ob sie vor Olympia noch einen Marathon laufen wird.
„Bis Dezember werde ich das entscheiden müssen. Falls ich keinen
Frühjahrsmarathon laufe, würde ich voraussichtlich bei ein paar
längeren Straßenläufen an den Start gehen.“
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| 25.09.2011
| Platz zwei und eine Topzeit in Berlin
Irina
Mikitenko jubelt auf den letzten Metern in Berlin.
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Irina Mikitenko hat sich beim BMW BERLIN-MARATHON in der Weltklasse
zurückgemeldet. Die 39-jährige Läuferin des SC Gelnhausen wurde beim
spektakulärsten deutschen Rennen über die 42,195 km Zweite in 2:22:18
Stunden. Das ist die drittbeste Zeit ihrer Karriere und die schnellste
seit April 2009. Es war eine beeindruckende Vorstellung von Irina
Mikitenko im besten Frauen-Feld in der Geschichte des Berlin-Marathons,
die 1974 begann.
Schneller war am Sonntag lediglich die Kenianerin Florence Kiplagat,
die in 2:19:44 Stunden gewann. Aber Irina Mikitenko ließ unter anderen
die Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe hinter sich. Die Britin
lief 2:23:46 Stunden.
Mit einer Renneinteilung, die das Prädikat Extraklasse verdient, lief
Irina Mikitenko in Berlin zum Erfolg. Sie war die einzige Läuferin der
Top-Vier, die ein „Negavite Split“ schaffte – das heißt, sie lief die
zweite Hälfte schneller als die erste (71:34 und 70:44 Minuten). „Es
gewinnt nicht die, die die erste Hälfte am schnellsten läuft, sondern
die, die sich das gesamte Rennen richtig einteilt“, erklärte Irina
Mikitenko.
Vom Start weg hatten sich Florence Kiplagat und Paula Radcliffe von den
Konkurrentinnen abgesetzt. Sie liefen ein Tempo, das auf eine Zeit von
knapp unter 2:20 Stunden führte. Doch nach knapp 15 km wurde es für
Paula Radcliffe bei ihrem Comeback-Rennen zu schnell. Sie ließ es etwas
ruhiger angehen, um Kräfte zu sparen, während Florence Kiplagat keine
Schwäche zeigte. Irina Mikitenko lief dagegen von Beginn an ihr eigenes
Tempo. Nach 71:34 Minuten hatte sie die Halbmarathonmarke erreicht und
dabei einen Rückstand von 64 Sekunden auf die zweitplatzierte Paula
Radcliffe. Der Kampf um Platz drei war dabei in vollem Gange, denn
unmittelbar hinter ihr lief die Berlin-Marathon-Siegerin des Jahres
2009, Atsede Habtamu.
Doch der Abstand zu Paula Radcliffe begann sich zu verkürzen. Bei 30 km
waren es nur noch 24 Sekunden. Und kurz vor der 35-km-Marke zogen Irina
Mikitenko und Atsede Habtamu an der Britin vorbei. Nachdem sich Irina
Mikitenko dann von der Äthiopierin lösen konnte, kam wiederum Paula
Radcliffe noch einmal besser ins Rennen. Sie überholte schließlich noch
Habtamu und sicherte sich Rang drei. Doch Irina Mikitenko lief am Ende
noch richtig schnell und sicherte sich souverän Rang zwei.
„Ich freue mich über meine Leistung, aber ich bin nicht ganz glücklich.
Denn ich habe nicht gewonnen“, erklärte Irina Mikitenko, nachdem sie im
Jubel der Zuschauer ins Ziel gelaufen war. „Aber“, fügte die deutsche
Rekordhalterin (2:19:19 in Berlin 2008) hinzu, „ich denke, ich habe ein
Jahr vor den Olympischen Spielen in London eine gute Leistung gezeigt.“
Im Rennen der Männer gewann Patrick Makau mit einem Weltrekord. Der
26-jährige Kenianer lief in 2:03:38 Stunden ins Ziel am Brandenburger
Tor.
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| 22.09.2011
| Irina Mikitenko: „Ich freue mich auf das Duell mit Paula Radcliffe“
Irina
Mikitenko und Paula Radcliffe bei der
Pressekonferenz in Berlin am Donnerstag.
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Zum dritten Mal geht Irina Mikitenko (SC Gelnhausen) beim BMW
Berlin-Marathon an den Start. 2007 lief die inzwischen 39-Jährige dort
ein glänzendes Marathondebüt und erreichte als Zweite auf Anhieb
hochklassige 2:24:51 Stunden. Ein Jahr später blieb sie als erste und
bisher einzige deutsche Läuferin unter 2:20 Stunden. Mit 2:19:19
Stunden gewann sie das Rennen und stellte den heute noch gültigen
deutschen Rekord auf. Zweimal gewann Irina Mikitenko, die mit ihrem
Mann und Trainer Alexander zwei Kinder hat, den hochklassigsten
City-Marathon der Welt in London (2008 und 2009), zweimal entschied sie
zudem die prestigeträchtige World Marathon Majors (WMM)-Serie für sich:
2007-2008 und 2008-2009. Sie war die erste nicht-afrikanische Läuferin,
der ein WMM-Triumph gelang. Nach ihrem siebenten Platz beim
London-Marathon im Frühjahr mit 2:24:24 Stunden, ist Irina Mikitenko
bereits für die Olympischen Spiele 2012 in qualifiziert.
Mit welchen Gefühlen gehen Sie in Berlin an den Start?
Irina Mikitenko: In Berlin bin ich
immer gut gelaufen. Ob früher beim ISTAF oder in den vergangenen Jahren
bei den Straßenläufen und Marathonrennen – ich habe dabei viele gute
Erfahrungen gemacht. Deswegen bin ich mit einem positiven Gefühl in
Berlin, was eine Rolle spielt vor einem Wettkampf. Aber trainieren muss
man natürlich trotzdem genauso intensiv wie sonst. Wichtig ist, dass
einem keine Zweifel kommen. Aber bisher gibt es derartige Gedanken
nicht, es lief alles gut in der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon.
Ich hoffe, das bleibt bis Sonntag so.
In den letzten Jahren waren Sie vor den Herbstmarathonrennen aus
unterschiedlichen Gründen gehandikapt – 2010 hatten Sie eine
Verletzung, im Jahr davor einen Trauerfall in der Familie. Sind Sie nun
vielleicht so gut in Form wie seit 2008 nicht mehr?
Irina Mikitenko: Jede
Marathonvorbereitung verläuft anders. Und irgendetwas passiert dabei
immer. Insofern kann man das nicht richtig vergleichen. Es ist auf
jeden Fall ein Vorteil, dass ich jetzt im Sommer die Trainingslager in
St. Moritz machen konnte, wo wir alles kennen. Ich war zweimal für
jeweils drei Wochen dort in der Schweiz und konnte mich gut
vorbereiten, so dass ich hoffe, dass ich in Berlin ein gutes Rennen
laufen kann.
Mit welchen Zielen gehen Sie in den Marathon?
Irina Mikitenko: In Berlin war das
Frauenrennen in den vergangenen Jahren lange nicht so stark besetzt wie
in diesem Jahr. Dass so viele Topläuferinnen dort rennen wollen, hängt
natürlich auch damit zusammen, dass sie für die Olympia-Qualifikation
jetzt eine sehr gute Zeit brauchen. Daher erwarte ich ein schnelles
Rennen. Ich habe kein konkretes Zeitziel, denn ich werde auf
Platzierung laufen. Die Zeit kommt dann automatisch – und für die
Olympischen Spiele bin ich ohnehin schon qualifiziert.
Sie werden unter anderen auf die Weltrekordlerin Paula Radcliffe
treffen.
Irina Mikitenko: Ja, ich wollte
schon
immer gerne gegen Paula Radcliffe im Marathon laufen. Wenn Paula
Radcliffe dabei ist, hebt das die gesamte Stimmung und Atmosphäre der
Veranstaltung. Ich freue mich jetzt noch mehr auf den Berlin-Marathon.
Aber auch andere Läuferinnen wie die Kenianerin Florence Kiplagat und
die Russinnen schätze ich sehr stark ein.
Überlegen Sie, ob Sie nach den Olympischen Spielen in London ihre
Karriere beenden?
Irina Mikitenko: Darüber mache ich
mir jetzt keine Gedanken. Zurzeit habe ich keine Probleme, mir tut
nichts weh, alles ist okay. Mal sehen, wie es nach London aussieht.
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| 27.06.2011
| Marathon-Duell in Berlin mit Paula Radcliffe
© Sailer/photorun.net
Irina
Mikitenko wird am 25. September beim BMW Berlin-Marathon starten und
trifft dort auf die britische Weltrekordlerin Paula Radcliffe, die 2003
in London 2:15:25 Stunden lief. Für die deutsche Rekordhalterin des SC
Gelnhausen wird es der dritte Start beim Berlin-Marathon sein. 2007
lief sie in der deutschen Hauptstadt ein glänzendes Marathondebüt. Als
Zweite erreichte sie dabei 2:24:51 Stunden. Ein Jahr später gewann die
zweifache London-Marathon-Siegerin (2008 und 2009) dann mit der
deutschen Rekordzeit von 2:19:19. „Ich laufe gerne in Berlin und freue
mich auf das Rennen am 25. September. Es ist immer eine besondere
Motivation, beim Berlin-Marathon zu starten“, sagte Irina Mikitenko.
„Ich habe gute Erinnerungen an dieses Rennen und komme dadurch mit
einem guten Gefühl zu diesem Wettkampf.“
Während die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 für Irina
Mikitenko nur eine Formsache sein dürfte, setzt sie sich gewohnt hohe
Ziele: „Wenn ich nach Berlin fahre, ist eigentlich immer der Sieg das
Ziel. Den Berlin-Marathon ein zweites Mal zu gewinnen, wäre etwas
Besonderes. Aber ich weiß natürlich, dass das in diesem Jahr extrem
schwierig wird in einem Rennen mit Paula Radcliffe“, sagte Irina
Mikitenko, die zurzeit in einem dreiwöchigen Höhentrainingslager in St.
Moritz ist. Nach Verletzungsproblemen im vergangenen Jahr hatte sich
die zweifache World Marathon Majors (WMM)-Siegerin im April beim
hochkarätigen Virgin London-Marathon mit einem siebenten Platz in
2:24:24 Stunden zurück gemeldet.
„Ich freue mich, dass ich endlich in einem Straßenrennen gegen Irina
Mikitenko laufen kann. Ich denke, es wird ein schnelles Rennen mit
einer großartigen Stimmung“, sagte Paula Radcliffe. Auf die große
Herausforderung, gegen die Weltrekordlerin laufen zu können, freut sich
Irina Mikitenko. „Ich wollte schon immer gerne gegen Paula Radcliffe im
Marathon laufen. Dass sie sich aber tatsächlich für einen Start in
Berlin entschieden hat, überrascht mich“, sagte Irina Mikitenko und
fügte hinzu: „Wenn Paula Radcliffe dabei ist, hebt das die gesamte
Stimmung und Atmosphäre der Veranstaltung. Ich freue mich jetzt noch
mehr auf dieses Rennen.“
Ebenso in Berlin am Start sein wird Haile Gebrselassie. Mit Irina
Mikitenko und dem Äthiopier kehren somit jene beiden Athleten zurück,
die 2008 für den bisher schnellsten Berlin-Marathon gesorgt hatten.
Damals lief Haile Gebrselassie mit 2:03:59 Stunden den heute noch
gültigen Weltrekord.
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| 19.04.2011
| „London macht Mut für die nächste Zeit“
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Irina Mikitenko belegte beim Virgin London-Marathon einen guten
siebenten Platz. Im wahrscheinlich stärksten Frauenfeld aller Zeiten
bei einem City-Marathon lief sie mit 2:24:24 Stunden ihre schnellste
Zeit seit zwei Jahren und stellte eine deutsche Jahresbestzeit auf.
Nach dem Rennen gab die 38-jährige Läuferin des SC Gelnhausen das
folgende Interview:
Wie lief das Rennen aus Ihrer Sicht?
Irina Mikitenko: Mir war klar, dass
das Tempo der Spitzengruppe zu schnell sein würde. Deswegen dachte ich
mir, auf die Japanerinnen kann ich mich verlassen und habe mich ihnen
in der zweiten Gruppe angeschlossen. Doch auch sie liefen leider zu
schnell. Das ist nicht immer gleich zu erkennen aufgrund der
ungewohnten Meilenschilder in London. Nach 10 Kilometern sah ich die
Zwischenzeit von 33:25 und merkte, dass ich zu schnell war.
Haben Sie sich dann zurückfallen lassen?
Irina Mikitenko: Ja, ich habe etwas
Tempo heraus genommen und lief ab 12 km alleine. Das war schwer, aber
die richtige Taktik. Denn nach etwa 25 km fing ich an, die
zurückfallenden Läuferinnen zu überholen. Da fing das Rennen für mich
fast wieder neu an und es hat auch Spaß gemacht. Mein letzter
Rennabschnitt war dann schneller als alle anderen davor. Am Ende hätte
es ruhig noch ein, zwei Kilometer weiter gehen können.
Obwohl Sie auf eine Zielzeit von unter 2:24 Stunden liefen, waren Sie
beim Halbmarathon an 19. Stelle.
Irina Mikitenko: Ja, das stimmt. Ich
habe mir gedacht, das kann doch eigentlich nicht sein, dass du mit so
einem Tempo so weit hinten liegst. Aber ich habe dann gesehen, wie
etliche Läuferinnen vor mir eingegangen sind.
Vor drei Jahren haben Sie in London mit 2:24:14 gewonnen, jetzt waren
Sie zehn Sekunden langsamer und wurden Siebente. Sicher war dies heute
ein anderes, von Beginn an schnelleres Rennen. Wie sehen Sie das, sind
Sie zufrieden?
Irina Mikitenko: Dieses Mal war das
Rennen einfach extrem stark besetzt. Da reicht
eben eine 2:24-Zeit
nicht, um
ganz vorne dabei zu sein. Ich bin nicht unzufrieden mit meinem
Resultat, aber zufrieden bin ich auch nicht. Ich hatte sicherlich die
Form, um unter 2:24 zu laufen. Aber so ist das im Marathon: Es kann
passieren, dass man alleine laufen muss. Dann kann man nicht das
Optimum herausholen.
Was sind Ihre nächsten Ziele?
Irina Mikitenko: Nach einer
Erholungsphase möchte ich noch ein paar Wettkämpfe laufen. Dann folgen
eine Ruhephase und ein Neuaufbau für einen Herbstmarathon. Ich möchte
auf einer schnellen Strecke die Olympiaqualifikation laufen. Schneller
als 2:24 sollte ich auf jeden Fall rennen können.
Sie waren am Sonntag so schnell wie seit Ihrem Sieg beim
London-Marathon vor zwei Jahren nicht mehr. Ist das ein gutes Zeichen?
Irina Mikitenko: Ja, das macht mir
Mut für die nächste Zeit. Denn ich weiß, dass ich in London wieder
recht gut in Form war.
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| 13.04.2011
| „Das Feld in London ist extrem stark,
aber ohne Konkurrenz wäre es langweilig“
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Irina Mikitenko (SC
Gelnhausen) startet am 17. April beim Virgin London-Marathon, den sie
2008 und 2009 jeweils gewann. Im vergangenen Jahr zwang sie eine
Verletzung zur Aufgabe des Rennens. Die 38-jährige deutsche
Marathon-Rekordlerin (2:19:19 Stunden) trifft an der Themse auf ein
hochkarätiges Feld. Die Veranstalter haben fünf Frauen mit Bestzeiten
von unter 2:22 Stunden am Start. Zehn weitere liefen bisher schon unter
2:25 und bei elf weiteren steht der persönliche Rekord unter 2:30. Bei
keinem anderen City-Marathon ist die Konkurrenz derart stark. Irina
Mikitenko gab das folgende Interview:
Beim Virgin London-Marathon haben Sie 2008 und 2009 die größten Siege
Ihrer Karriere gefeiert. Im vergangenen Jahr mussten Sie das Rennen
dann verletzungsbedingt aufgeben. Mit welchen Gefühlen und Gedanken
werden Sie nach London reisen?
Irina Mikitenko: Ich fahre mit einem
positiven Gefühl nach London. Dort habe ich 2008 meinen ersten Marathon
gewonnen und das ist ein ganz besonderes Ereignis, das man nicht
vergisst. Der Virgin London-Marathon ist eines der bedeutendsten und
wichtigsten Marathonrennen. Wer sich für einen Start dort entscheidet,
muss sehr, sehr hart trainieren, um eine Chance zu haben. Das
Starterfeld ist extrem stark. Aber was wäre unser Sport ohne
Konkurrenz? Es wäre langweilig. Deswegen macht es mir auch sehr viel
Spaß und ich freue mich darauf, wieder in London zu laufen. Es ist ein
tolles Rennen.
Sie haben zwei Wochen vor dem Marathon ein 10-km-Rennen im
holländischen Brunssum gewonnen. Gibt Ihnen das eine gewisse Sicherheit?
Irina Mikitenko: Ich bin im
Nachhinein froh, dass ich direkt nach meinem Trainingslager in
Südafrika dort gelaufen bin. Denn du kannst so gut trainiert haben wie
du willst – ein Wettkampf ist immer noch etwas anderes. Wenn ein
solches Rennen wie am Sonntag erfolgreich ist, bekommt man das Gefühl,
dass man stark ist und dass es rollt. Jetzt muss ich in den letzten
zwei Wochen aufpassen, dass ich mich nicht erkälte und nichts
dazwischen kommt.
Wie stark beeinträchtigt das Ihren Alltag? Machen Sie sich ständig
Gedanken, was passieren könnte?
Irina Mikitenko: Es kann wirklich
passieren, dass man plötzlich sehr genau aufpasst, wenn man zum
Beispiel eine Treppe hinunter geht. Aber da wir jetzt dreieinhalb
Wochen im Trainingslager waren, haben sich zu Hause einige Dinge
aufgestaut, die erledigt werden müssen. Dadurch bin ich ganz gut
abgelenkt.
Wie war das Rennen in Brunssum verglichen zu Ihren Wettkämpfen im
schwierigen Jahr 2010?
Irina Mikitenko: Wenn man sich im
Frühjahr eine Verletzung zuzieht, wie mir das 2010 passiert ist, dann
dauert es sehr lange, bis man wieder in Form kommt. Beim
Chicago-Marathon bin ich im Herbst aufgrund einer Erkältung auch nicht
so gut ins Rennen gekommen. Aber so etwas gehört zum Sport und ich will
gar nicht mehr so viel zurückdenken und vergleichen. Jetzt ist 2011 und
ein neues Wettkampfjahr hat begonnen. Ich habe schon im Training
gemerkt, dass es gut läuft und dieses Gefühl hat sich in Brunssum
bestätigt. Natürlich sind aber 10 km und Marathon zwei völlig
verschiedene Strecken. Entscheidend ist, was am 17. April in London
passiert.
Der Londoner Race-Direktor David Bedford spricht vom besten Frauen-Feld
in der Geschichte seines Rennens. Wie bewerten Sie die Konkurrenz und
mit welchen Zielen gehen Sie an den Start?
Irina Mikitenko: Die Konkurrenz ist
in der Tat so stark, dass ich mir die Startlisten eigentlich gar nicht
erst anschauen bräuchte. Es sind viele Athletinnen dabei, die sehr
schwer zu schlagen sind. Mindestens zehn Läuferinnen haben Siegchancen.
Ich bin mir nicht sicher, welcher Lauf besser besetzt ist – der in
London oder das WM-Rennen im Sommer in Daegu. London ist auch vom
Rennablauf wie ein Meisterschaftsrennen. Der Kampf Frau gegen Frau
entscheidet. Angesichts der enorm starken Konkurrenz setze ich mir
keine konkreten Ziele. Aufgrund der Konstellation mit dieser enorm
starken Konkurrenz geht es für mich darum, am Tag X vollkommen fit zu
sein und alles geben zu können. Dann werden wir sehen, was herauskommt.
Gibt es eine bestimmte Taktik, mit der Sie in dieses Rennen gehen?
Irina Mikitenko: Natürlich nimmt man
sich vor dem Start etwas vor, aber man darf sich bei einem solchen
Marathon nicht festlegen. Denn es kann schnell alles über den Haufen
geworfen werden, zum Beispiel durch das Wetter oder durch ein anderes
Tempo. In London musst du als Topläuferin alles alleine entscheiden und
auf alles vorbereitet sein.
Sie waren zuletzt dreieinhalb Wochen im Trainingslager in Südafrika. Es
war das erste Mal, dass Sie dort trainierten. Wie war das?
Irina Mikitenko: Als wir dort in
Potchefstroom, rund eineinhalb Stunden von Johannesburg ankamen,
bekamen wir erst einmal einen Schreck wegen der Hitze. Ich habe mich
gefragt, wie ich dort bei über 30 Grad Celsius 200 Kilometer pro Woche
rennen soll. Wir haben es dann gemacht wie die Afrikaner und es hat
ganz gut funktioniert. Ich bin früh morgens und am Abend gelaufen und
habe die zweite Trainingseinheit sogar besser vertragen als sonst im
Höhentraining. Das hatte sicher damit zu tun, dass ich nach dem
morgendlichen Training eine längere Regenerationszeit hatte. Hilfreich
war, dass am Anfang auch Claudia Dreher dort war und uns einiges zeigen
konnte. Außerdem trainierten die Geher mit Ronald Weigel dort. Es war
schön, während des Trainings bekannte Gesichter zu treffen.
Zu welchen Zeiten und in welchen Höhen sind Sie gelaufen?
Irina Mikitenko: Ich habe morgens um
7 Uhr für zwei bis zweieinhalb Stunden trainiert und dann noch einmal
bis zu zwei Stunden ab 17.30 Uhr. Gelaufen bin ich in Höhen zwischen
1.350 und 1.500 Metern. Das ist nicht so hoch wie sonst in St. Moritz.
Ich werde nach London wissen, ob die Höhe ausreichend war.
Gibt es manchmal Phasen, in denen Sie sich fragen, warum Sie sich ein
derart hartes Training mit 38 Jahren noch antun müssen? Wie lange
wollen Sie noch laufen?
Irina Mikitenko: Solche Phasen gibt
es nach Verletzungen. Dann frage ich mich schon mal, was soll das,
wofür dieser ganze Aufwand? Aber meine Familie steht voll hinter mir
und gibt mir immer wieder Rückhalt. Und dann gibt es auch wieder neue
Reize und Ziele. Natürlich ist der olympische Marathon 2012 in London
ein großes Ziel. Doch abgesehen davon denke ich immer nur an das
nächste große Ziel und plane Schritt für Schritt. Ich plane mit 38
Jahren nicht mehr langfristig, überlege aber daher auch nicht, wie
lange ich noch laufen werde. Zurzeit kann ich mir ein Leben ohne meinen
Sport nicht vorstellen.
Sind die London-Starts für Sie ein Vorteil für Olympia?
Irina Mikitenko: Sicherlich, das ist
eine sehr gute Vorbereitung. Ich kenne die Atmosphäre, das Wetter, die
Strecke, die Menschen, die Trainingsstrecken und es gibt inzwischen
einige Kontakte in London.
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| 04.04.2011
| Irina lässt halbes Dutzend Kenianerinnen hinter sich
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Irina Mikitenko kommt rechtzeitig vor dem Virgin London-Marathon
am 17. April wieder in Form. Die deutsche Marathon-Rekordlerin (2:19:19
Stunden) ließ am Sonntag beim hochklassigen 10-km-Rennen in Brunssum
(Niederlande) ein halbes Dutzend Kenianerinnen hinter sich und gewann
den traditionellen ,Parelloop’ in flotten 32:06 Minuten. Es war
zugleich eine perfekte Premiere für ihren neuen Verein. Denn seit
Jahresbeginn startet Irina Mikitenko für den SC Gelnhausen.
„Das war ein gutes Testrennen vor dem Virgin London-Marathon für mich.
Ich blicke jetzt optimistisch in Richtung London“, erklärte Irina
Mikitenko, die am Donnerstag von einem dreieinhalbwöchigen
Trainingslager aus Südafrika zurückgekehrt war.
Da kurz vor dem Rennen starke Regenfälle einsetzten, ließ es Irina
Mikitenko zunächst langsam angehen. „Ich wollte zwei Wochen vor dem
Virgin London-Marathon keinerlei Risiko eingehen. Denn bei Regen werden
die Straßen rutschig und es gibt bei diesem Rennen viele Kurven“,
erklärte die zweifache Siegerin des Virgin London-Marathons (2008 und
2009). Nach vier Kilometern lag Irina Mikitenko daher noch auf Platz
drei, doch in der zweiten Hälfte startete sie eine erfolgreiche
Aufholjagd. Am Ende siegte sie mit 32:06 Minuten deutlich vor den
Kenianerinnen Elizeba Cherono (32:45) und Tabitha Gicha (33:00). In
diesem Jahr liefen bisher erst neun Athletinnen weltweit schneller als
Irina Mikitenko über die 10-km-Distanz.
Bei den Männern dominierten die Kenianer das Geschehen und belegten die
ersten fünf Plätze. Der frühere 10-km-Weltrekordler Micah Kogo gewann
in 27:15 Minuten vor Mike Kigen (27:26) und Mark Kiptoo (28:13).
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